VARNHAGEN VON ENSE (KARL AUGUST) Series of some three hundred and fifty autograph letters, mostly signed ("Varnhagen von Ense"), to Charlotte Williams Wynn, 29 September 1836 to 6 September 1858

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Lot 152
VARNHAGEN VON ENSE (KARL AUGUST)
Series of some three hundred and fifty autograph letters, mostly signed ("Varnhagen von Ense"), to Charlotte Williams Wynn: a passionate series containing avowals of love and, indeed, his proposal of marriage, Berlin and elsewhere, 29 September 1836 to 6 September 1858: 'FRIEND OF MY HEART... WILL YOU BE MY WIFE, MAY I ASK FOR YOUR HAND?' – THE HITHERTO LOST LOVE LETTERS BY VARNHAGEN VON ENSE TO CHARLOTTE WILLIAMS WYNN

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VARNHAGEN VON ENSE (KARL AUGUST)
Series of some three hundred and fifty autograph letters, mostly signed ("Varnhagen von Ense"), to Charlotte Williams Wynn: a passionate series containing avowals of love and, indeed, his proposal of marriage ("...Geliebte Freundin! Hören Sie meine ernste Frage! Wollen Sie meine Gattin werden, darf ich Ihre Hand fragen? Ihrer Neigung bin ich versichert, mündliche und schriftliche Äusserungen von Ihnen lassen mich erkennen, dass Ihrem Herzen mein Antrag nicht fremd ist...aber Ihr Herz hat hier nicht allein zu reden, auch verständige Überlegung, Berücksichtigung der weltlichen Umstände muss hier einsprechen!...", 12 September 1839); invoking the shade of his late wife Rahel, even after Charlotte has rejected his proposal; ("...Rahel hätte das nicht besser sagen können...Charlotte, geliebte Charlotte, dies preis'ich ja nicht erst seit heute, sondern seit dem ersten Augenblick, dass ich Sie kennen lernte, seit jedem Briefe, den ich von Ihnen empfing, immer aufs neue! ...O könnt'ich immer bei Ihnen sein, immer diesen Zauber auf mich wirken lassen! Ich breche in Thränen aus, indem ich dies schreibe!...", 2 September 1839); in the same letter comparing his passion for her with that of the ageing Goethe for Ulrike von Levetzow; ("...Ein schönes junges Fräulein von Lewezow hatte sich im Marienbade in den schon fast siebzigjährigen Goethe verliebt, und ihre jugendliche Neigung – sie wollte ihn heirathen – die ganze Leidenschaft des alten Dichterherzens erweckt. Er empfand auf's neue die Macht des unerloschenen Herzenstriebes, alles Glück und allen Schmerz der höchsten Empfindung, - allein seine reife und starke Seele setzte sich wider in's Gleichgewicht, er überlegte, verglich, fasste sich im Schmerz und Scheiden, und dichtete die herrliche Elegie 'Ihm gab ein Gott, zu sagen was er leidet.' Ihre zwei Zeilen über Lerminier's 'Au-delà du Rhin' entzücken mich! Wie richtig und scharf treffend!....Rahel hätte das nicht besser sagen können...Charlotte, geliebte Charlotte, dies preis'ich ja nicht erst seit heute, sondern seit dem ersten Augenblick, dass ich Sie kennen lernte, seit jedem Briefe, den ich von Ihnen empfing, immer aufs neue! ...O könnt'ich immer bei Ihnen sein, immer diesen Zauber auf mich wirken lassen! Ich breche in Thränen aus, indem ich dies schreibe!..."); comparing her writing with that of Goethe, no less ("...Sie haben wirklich etwas Goethisches in Ihrem Schreiben, und ich erkenne in Ihnen, wie in Goethe. Mit inniger Erhebung, dass dieser aesthetische Vorzug seine tiefere Wurzel in moralischen Eigenschaften hat....", 21 November 1837); assuring her that he always carries her latest letter in his pocket just as he did with Rahel (13 September 1839), and begging her love still even though she cannot be his wife ("...Daran seh'ich, dass Gott mich besonders lieb hat. Und so sind wir beide seine liebe Kinder. Auf diese Weise sind wir verbunden, und wollen es bleiben. Seien Sie meine Braut, wenn Sie auch nicht meine Frau werden sollen, was noch nicht ausgesprochen ist!...", [c.16 September 1839]).

Throughout the series, in passages often verging on Romantic, almost quasi-Wagnerian, rhapsody, he vents his passion – shared by her – for literature, science and the arts, with penetrating insights into many of their great contemporaries, many known to him or to her, comments encompassing Thomas Carlyle, to devastating effect ("...Herr Carlyle hat mir seine Geschichte der französischen Revolution und seinen Sartor resartus geschickt, in die ich mich aber nich so recht hineinfinden kann... ... Er dünkt sich ein Staatsmann zu sein, ein Denker, einer der berufen sei den Verwirrungen unsrer Zeit Rath und Hülfe zu bringen, und das ist er meines Erachtens durchaus nicht, am wenigsten kann ich ihn für einen Denker gelten lassen, er hat nur kurze, abgerissne Gedanken, wie unsrer Jean Paul sie hat, wie Humoristen sie haben. Sein Talent für historische Affassung ist mir ganz und gar zweifelhaft geworden. Von Friedrich dem Grosses wird er kein treues, wenn auch vielleicht glänzendes Bild liefern, er versteht weder den Mann noch seine Zeit; sogar den Stoff versteht er nicht zusammen zu fassen, er geht flüchtiger damit um ...und täuscht sich selber dabei mit falschem Eifer...", 11 October 1852); the fall of Louis Philippe ("...Der Sturz Louis Philippe's hat mich gefreut mehr als der Bonaparte's einst, ich hatte einen tiefen Hass gegen diesen gekrönten Intriganten und gegen seine nichtswürdigen Minister...Die Republik hat mich überrascht, doch nur weil dieser Augenblick sie gebar, nicht ganz: hat doch Rahel schon vor der Juli-Revolution sie verkündet,was im Jahre 1844 gedruckt wurde! Ich glaube, sie wird dauern...für jetzt ist alles in guter Hand...", 20 March 1848).

In a letter of 6 March 1842 he describes a visit from Liszt ("...Für eine Zeit hat hier jeder andre Interesse schweigen müssen vor dem, welches die Ercheinung Lisst's hier allgemein erweckt hat. Alle Frauen waren von ihm bezaubert, die Studenten vergötterten ihn; seine Abfahrt nach St. Petersburg war ein festlicher Triumphzug, kein Kaiser hätte mehr Aufsehn und Eindruck machen können. Er war mit seinem Talent wie mit seinem Gelde fürstlich freigebig, sein Verweilen war das eines wohthätigen Genius, alle Armen wandten sich an ihn...ich hatte ihn nur Einmal gehört und nur Einmal gesprochen..., doch freuten mich stets die Erzählungen von seinen Thaten und Erfolgen..."); in another, the death of Mendelssohn ("...am unerwartetsten war der Tod Felix Mendelssohns, dem hier die allgemeinste Theilnahme gewidmet wird, und der gewiss auch in England grosse Sympathie erweckt...", 20 November 1847); G.H. Lewes's book on Goethe ("...Das Buch über Goethe von Herrn Lewes hat seine grossen Verdienste, die ich beeifert anerkenne und bei jeder Gelegenheit preise, besonders über den Karakter Goethes hat er viel Gutes gesagt. Allein das Werk ist keineswegs ohne Mängel und hat deren besonders sehr erhebliche in den ästhetischen Urtheilen, die oft nicht nur irrig und übereilt, sondern auch öfters roh und falsch sind, wie nur ein Unkundiger, des rechten Geistes nicht Theilhafter, sie fällen kann. Zum Beispiel über die Eugenie, über die Wanderjahre. In solchem Betreff hat der Autor grosse Blössen gegeben, und wer ihn von dieser Seite angreifen will, hat gewiss ein leichtes Spiel. ... Für die redliche Mühe, die sich der Autor gegeben hat, überall an Ort und Stelle die rechte Anschauung zu gewinnen können wir ihm nicht genug dankbar sein...", 8 September 1856); his friend the Marquis de Custine who also urges he find a replacement for Rahel ("...Custine hat sich in meinen Zimmern alte Bildnisse, die ich von Rahel habe, angesehen; auch ihre Bücher, die ich besonders aufgestellt, und sprach sehr schön und innig von ihr. Meine Verlust ermass er ganz, und schien mein jetziges einsames Leben tief zu bedauern. Hätte er in mein Herz blicken können, erhätte mich noch mehr bedauert, - den Ersatz einer Rahel zu finden, und dennoch ihn zu missen, das ist ein noch grossers Unglück!... wissen Sie, geliebte Charlotte, was das in meiner Seele heist, der Ersatz einer Rahel?... zu Hause fand ich ein Billet des Marquis von Custine, der aus Russland heimkehrt. Es war zu spat, ihn noch gestern zu besuchen, ichhabe inh heute gesehen. Er hat St Petersburg gesehen und Moskau, und war noch weit hinter Moskau; über zwei tausend Lieues hat er zurückgelegt; von dem Kaiser und der kaiserlichen Familie ist er sehr eingenommen, nicht eben so von dem Lande. Er sagt mir, dass mein Namen dort in gutem Ansehen steht....", 2 October 1839).

He discusses Kant's Critique, which he is astonished she finds so easy to comprehend ("...Das Lesen von Kant's Kritik der reinen Vernunft muss Ihnen doch auch in Betreff der deutschen Sprache förderlich sein, der Ausdruck Kant's ist immer fest und rein, gediegen und scharf, wenn auch nicht glänzend, und so wird es immer eine gute Übung sein, sich an den Gebrauch der Worte, wie ere ich bei ihm findet, zu gewöhnen...", 30 March 1841); the original staging of Mendelssohn's Midsummer Night's Dream ("...Wir haben hier eine Aufführung des Shakespeare'schen Sommernachtstraum gehabt, mit altenglischer Einrichtung des Theaters, nach Tieck's Angabe, mit Musik von Felix Mendelssohn. Alle Welt stimmt in das Lob der Musik, die Aufführung selbst aber findet starken Widerspruch...", 13 October 1843); his friend Humboldt's Ansichten der Natur ("...die Mannigfaltigkeit der Gegestände empfiehlt das Buch zum angenehmen Lesen, und noch mehr dient diesem Zwecke der meisterhafte Vortrag, die warme, blühende Schreibart, die durch das hohe alter des Verfassers, welcher in diesem Monat sein einundachzigster Jahr angetreten hat, keineswegs geschwächt worden...", 25 September 1849); disagreements with George Sand ("...meine Nichtübereinstimmung mit Frau von Dudevant. Im allgemeinen finde ich, dass man das Volk als solches nach einem Maßstabe beurtheilt, der nicht der seinige ist, man legt ihm andre Interessen, Gefühle und Meinungen bei, als es wirkich hat; wie man sonst den Kindern Unrecht that, bis man sich – seit Rousseau – mehr in deren Sinn versetzen lernte, so thut man jetzt den Völkern Unrecht; bald verlangt man zu viel von ihnen, bald traut man ihnen zu wenig zu...", 9 June 1852); and a good deal, a very great deal, besides; together loose and stray sheets and other miscellaneous material, approaching 1000 pages, the letters neatly written on sheets of varying pastel-tinted papers, a few excisions (seemingly made by her) to the text, a few other passages scored through (also probably by her), some leaves apparently lacking, but overall in fine, fresh and attractive condition, mostly 8vo, Berlin and elsewhere, 29 September 1836 to 6 September 1858

Footnotes

  • 'FRIEND OF MY HEART... WILL YOU BE MY WIFE, MAY I ASK FOR YOUR HAND?' – THE HITHERTO LOST LOVE LETTERS BY VARNHAGEN VON ENSE TO CHARLOTTE WILLIAMS WYNN, writing to her at the height of his passion in the late summer of 1839 on a daily basis, sometimes several times a day and sometimes even transcribing extracts from his diary. Her letters to him (some of which he quoted back to her in our letters) are written in English; while our letters are written for her benefit in Roman as opposed to the (for her) harder to read deutsche Schrift.

    For a notice of Charlotte Williams-Wynn, letter-writer and diarist (1807-1869), see the Oxford Dictionary of National Biography: 'In 1836 she travelled with her parents to Wiesbaden and on the steamer voyage up the Rhine met the Prussian statesman Baron Varnhagen von Ense. Though he was older than she, they began a friendship that continued until his death in 1858. They corresponded for twenty-two years and met during her father's annual visits to Germany. Her letters often share with the baron her views on German literature and thought, and express admiration for Kant, Hegel, Fichte, Goethe, and Luther'. In 1871 her sister, Harriot H. Lindesay, published for private circulation, Extracts from letters and diaries of Charlotte Williams Wynn, which was expanded into Memorials of Charlotte Williams-Wynn in 1877; where some of her letters to Varnhagen von Ense, all of a general and impersonal nature, appear. Her letters to him, formerly in Berlin, are now at Karkow, Biblioteka Jagiellońska, Berol. Ms. Varnhagen-Sammlung 282, Wynn Ch.H., where forty images have been placed online. Included there is a note that her letters should be returned to her after his death in a sealed packet; while if she predeceases him, they are to remain among his papers.

    Hitherto, her amitié amoureuse with Varnhagen von Ense has only been known about from third-party sources (see Walter Fisdcher, 'Charlotte Williams Wynn in ihren Beziehungen zu Varnhagen von Ense und Richard Milnes', Germanisch-romanische Monatsschrift, 10, 1928, pp.282-299; cited by T. H. Pickett, 'George Henry Lewes's Letters to K. A. Varnhagen von Ense', The Modern Language Review, Vol. 80, No. 3 (July 1985), pp.513-532, especially p.17, fn.1). The letters themselves have remained hidden from view; indeed the fact of their survival comes as a welcome surprise: they having only recently been discovered by a Williams-Wynn descendant in one of the family's properties. Their reappearance represents a major addition to the oeuvre of Varnhagen von Ense, and indeed a notable addition to the literature of German Romanticism in general.
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